Black Triangle


News
08. Okt.
2019

Neues in der Arno-Nitzsche-Str.

Jedem Marienbrunner ist aus DDR-Zeiten das Bahnheizwerk im Gleisdreieck zwischen Zwickauer Str., Richard-Lehmann-Str. und Arno-Nitzsche Str. in unguter Erinnerung, hat es uns doch regelmäßig mit Dreck, Staub und Gestank überzogen. Dies ist zum Glück seit langem vorbei, wer aber die Nachrichten aufmerksam verfolgte, hat den Kampf um die weitere Nutzung und Vermarktung mitbekommen. Insbesondere die Besetzung der alten Industriegebäude, durch Jugendliche, die die kommerzielle Nutzung verhindern wollten, die Scharmützel mit der, und letztendliche Räumung durch die Polizei waren in der Öffentlichkeit und polarisierte die Meinungen. Die große offene Frage war aber, an wen gehen das Gelände und die Gebäude und für welche Nutzung.

Nunmehr erschien in der LVZ am 26.08.2019 eine Meldung, verbunden mit der Einladung zu einer öffentlichen Info-Veranstaltung am 17.09.19 im UT Connewitz. Diese haben wir uns als Vorstand nicht entgehen lassen. Zur Zeit ist folgender Stand zu erkennen:

  • das 10.000 m²-Gelände wurde (nach der Räumung) von der Bahn verkauft
  • durch Verkauf an eine GmbH von Kulturschaffenden in Leipzig ist verhindert worden, dass das Gelände an Finanzinvestoren u.ä. gegangen ist
  • finanziert werden konnte dies mit Mitteln, die als Ablöse/Entschädigung von Investoren gezahlt wurden, damit Kultureinrichtungen aus ihren angestammten Objekten früher ausziehen, als es die Eigentümer durchsetzen können (z.B. Club Distillery auf dem Bau-Gelände Bayerischer Bahnhof)
  • die Kulturschaffenden werden eine Kulturstiftung gründen und somit eine dauerhafte nicht kommerzielle Nutzung sichern und nach wirksamer Gründung Eigentümer werden
  • es sind vier Einrichtungen die Nutzer und Mitglied der Stiftung sein werden und derzeit die die Nutzungskonzepte, Raumnutzung, bauliche Erfordernisse diskutieren und festlegen:
    • Club Distillery (ältester Technoclub Ostdeutschlands 1992)
    • Verein Freiraum
    • TV-Club (Leipzigs ältester Studentenclub 1970)
    • Galerie KUB
  • es sind vielfältige Nutzungen avisiert: Probenräume, Ateliers, Ausstellungsräume, Kino, Konzerte
  • die Konzepte sind noch in einer frühen Phase, aber entsprechende Bauplaner und Architekten sind schon eigebunden, da ein umfangreiches Genehmigungsverfahren erforderlich ist, wie: Lärmschutzgutachten, Naturschutzgutachten, verkehrstechnische Erschließung, Altlastenprüfung und auch die Sanierungs- und Umbauarbeiten an den Gebäuden nicht zu unterschätzen sind

Die Stimmung im fast vollbesetzten Kinosaal war teilweise sehr aufgeheizt, da ja nicht nur die Aktiven und Unterstützer dieser für Leipzig zweifellos sehr positiven Entwicklung eines alternativen kulturellen Zentrums anwesend waren, sondern auch Anwohner und Kleingärtner, die mit auf dem Gelände ansässig sind und natürlicherweise erhebliche Belastungen durch die Konzerte befürchten.
Auch von den früheren (und jetzt vertriebenen) Besetzern gab es Vorwürfe und Unterstellungen einer zu kommerziellen Betreibung, aber von den vier Einrichtungen immer wieder die Aufforderung sich in die noch zu entwickelnden Konzepte mit einzubringen.

Aus unserer Sicht ist eines der größten Probleme die zu enge Zufahrtsstraße, die verkehrstechnische Erschließung insbesondere mit Nahverkehrsmitteln und ein zweiter Fluchtweg oder Zugang für das Gelände überhaupt, um bei großen Menschenmengen keine Panik und Katastrophen zu organisieren.
Letztendlich ist aber die spannendste Frage, welche Lärmbelastungen aus den Konzerten auf uns zukommen werden und wie die zu treffenden Lärmschutzmaßnahmen greifen werden.

Wir haben uns mit den Trägern des Vorhabens in Verbindung gesetzt und gehen davon aus, dass wir zu aktuellen Entwicklungen informiert und ggf. auch einbezogen werden. Wir werden dann darüber berichten.

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